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< Medientipp September 2018

Bürosatire, Tragikomödie und Trostbuch


Johannes Jacobus Voskuil, Autor von "Das Büro"

Gerd Busse

Ein Abend mit dem niederländischen Roman „Das Büro“ und seinem Übersetzer Gerd Busse

Der Förderverein der Stadtbücherei Coesfeld lädt ein am 5. Oktober 2018, 19.30 Uhr in die Räume der Stadtbücherei. Der Eintritt ist frei.

 

Worum geht es in dem Roman?

Als Maarten Koning eine Stelle als wissenschaftlicher Beamter in einem Institut für Volkskunde in Amsterdam antritt, ändert sich sein Leben. Von nun an beschäftigt er sich mit Wichtelmännchen, Brummtöpfen und allerlei anderen seltsamen Bedeutsamkeiten, aber vor allem mit den lieben Kollegen. Es geht in dem Roman von J.J. Voskuil auch um die Herausforderungen des Ehelebens, denn daheim wartet auf Maarten seine linksradikale Ehefrau Nicolien, die nicht verstehen kann, warum man sein Leben mit Erwerbsarbeit verschwendet.

Konings Leben ist eine einzige Sinnkrise, er hadert mit seinem Schicksal, er verzweifelt an seinem Tun - und kehrt dennoch Tag für Tag ins Büro zurück, dreißig Jahre lang - über 5.000 Romanseiten in sieben Bänden.

In seinem Nachwort zum ersten Band schreibt Gerd Busse: „Bei Voskuil findet man den dumpfen Grundzweifel am Sinn des eigenen Tuns und Strebens eindrucksvoll in Worte gefasst. Endlich steht man nicht mehr allein da, sondern hat in Maarten Koning einen treuen Verbündeten gefunden. Und das hat etwas ungemein Tröstendes.“

J. J. Voskuils mit unterkühltem Humor erzählter, monumentaler Büro-Roman, der in den Niederlanden ab 1996 erschienen ist, löste dort eine wahre Büromanie aus mit Fanklubs und langen Schlangen im Morgengrauen vor den Amsterdamer Buchhandlungen am Erstverkaufstag des jeweils neuen Bandes.

Als das reale „Büro“ an den Stadtrand von Amsterdam umzog, wurden auf vielfachen Wunsch aus der Bevölkerung in den alten Büroräumen Führungen für Voskuil-Fans veranstaltet.

Auch hierzulande hat sich seit 2012 eine stetig wachsende Fangemeinde gebildet. Alle sieben Bände sind in deutscher Übersetzung im Verbrecher Verlag erschienen und in der Stadtbücherei verfügbar.

Gerd Busse, der Übersetzer des Romans, berichtet am 5. Oktober über seine jahrelange Arbeit und über den Autor. Dazu bringt er umfangreiches Bild- und Kartenmaterial aus dem realen Büro mit. In Filmausschnitten werden außerdem J.J. Voskuil und seine Witwe zu sehen sein.

Gemeinsam mit Gerd Busse lesen Mitglieder des Fördervereins der Stadtbücherei einige Passagen aus dem Großroman vor. In einer geht es etwa um eine Bahnfahrt Konings über Enschede und Gronau zu einer Vortragsveranstaltung im Jahr 1972 über den Weihnachtsbaum: „Als er in Münster ausstieg, nieselte es.“


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